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Padel: Das Geschäft liegt auf dem Court

Die FIP-Studie World Padel Impact beziffert die weltweiten Ausgaben auf 6,84 Milliarden Euro. Entscheidender ist, wo das Geld fließt: in Platzbuchungen, nicht in Profiturniere. Was Investoren, Betreiber und Sponsoren daraus ableiten sollten.

DUĒLL Journal ·

A young girl with glasses holds a paddle racket on an outdoor tennis court during the day.

khezez | خزاز / Pexels — Pexels License

Der wichtigste kommerzielle Ort im Padel ist nicht unbedingt der Centre Court mit Übertragungskamera. Es ist der Platz, für den jemand eine Buchung bezahlt. Die Studie World Padel Impact, von OpenEconomics für den FIP World Padel Report 2026 entwickelt, schätzt die jährlichen weltweiten Ausgaben auf 6,84 Milliarden Euro. Daraus entsteht laut Analyse ein Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von 8,6 Milliarden Euro. Große Zahlen. Für Geschäftsentscheidungen ist jedoch die Aufteilung dahinter interessanter: 67,2 Prozent der Ausgaben entfallen auf Platzmieten. Profiturniere kommen auf 1,4 Prozent. Wer investieren, einen Club betreiben oder ein Sponsoring eingehen will, sollte bei diesem Verhältnis genauer hinsehen.

Wirtschaftliche Wirkung richtig lesen

Der am 14. Oktober von der FIP veröffentlichte Bericht enthält erstmals die wirtschaftliche Wirkungsanalyse. Laut OpenEconomics umfasst sie 76 Länder sowie ein zusammengefasstes Rest-der-Welt-Aggregat. Die errechneten 1,26 Euro BIP je ausgegebenem Euro beschreiben einen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang. Keine Clubmarge. Keine Investitionsrendite. Und auch keinen zusätzlichen Umsatz eines Sponsors.

Diese Trennung ist entscheidend. OpenEconomics unterscheidet zwischen Ausgaben, wirtschaftlichem Output einschließlich der Käufe zwischen Unternehmen und dem BIP als Wertschöpfung ohne deren Doppelzählung. Die geschätzten 13,07 Milliarden Euro Output und 8,6 Milliarden Euro BIP sind unterschiedliche Messgrößen. Keine getrennten Umsatztöpfe, die sich addieren lassen.

Auch die Beschäftigungszahl braucht Präzision. Die Studie errechnet 235.663 jährliche Vollzeitäquivalente: ein Arbeitsvolumen, das entsprechend vielen Vollzeitstellen für ein Jahr über den gesamten wirtschaftlichen Wirkungsbereich entspricht. Das ist keine Zählung direkt bei Padel-Clubs angestellter Menschen.

Zudem stammen diese Ergebnisse aus einer gemeinsam entwickelten Studie, die Verband und Forschungspartner vorstellen. Es handelt sich nicht um zwei unabhängige Bestätigungen. Die Analyse beschreibt Umfang und Zusammensetzung einer geschätzten wirtschaftlichen Wirkung. Die Prüfung eines einzelnen Geschäftsmodells ersetzt sie nicht.

Tennis coach with two young players indoors at Vibora Club.

khezez | خزاز / Pexels — Pexels License

Der Court ist das wirtschaftliche Zentrum

Nach den Platzmieten folgen laut OpenEconomics Bau und Instandhaltung von Anlagen mit 19,2 Prozent der weltweiten Ausgaben. Auf Spielausrüstung entfallen 12,2 Prozent. Der wirtschaftliche Schwerpunkt liegt beim aktiven Spielen und der dafür nötigen Infrastruktur.

Das legt eine andere Investitionsdebatte nahe. Clubs sollten nicht als Kulisse des professionellen Padel betrachtet werden, sondern als eigenständige Unternehmen. Die Fragen müssen konkret werden: Was trägt eine gebuchte Stunde nach Betriebskosten bei? Wie groß ist die Nachfrage außerhalb der attraktivsten Zeiten? Welche Mittel müssen für Instandhaltung zurückgelegt werden? Wie abhängig ist die Planung von einem weiteren Standort?

Die Studie beantwortet diese Fragen nicht. Auch ein hoher globaler Anteil der Platzmieten belegt nicht, dass ein bestimmter Club tragfähig ist. Mietausgaben sind kein Mietgewinn. Bauaktivität ist kein Nachweis dauerhaft vorhandener Nachfrage.

Für Betreiber folgt daraus: Die Wirtschaftlichkeit der Errichtung und die des laufenden Betriebs gehören getrennt geprüft. Courts zu bauen und Courts auszulasten sind unterschiedliche Aufgaben. Ein belastbarer Plan muss beides zeigen. Die Aufmerksamkeit rund um eine Eröffnung darf den Nachweis wiederkehrender Nutzung nicht ersetzen.

Das wirtschaftliche Gewicht von Padel beginnt bei Menschen, die fürs Spielen bezahlen, nicht fürs Zuschauen.

Das ist kein Argument gegen den Profisport. Der Anteil von Turnieren an den erfassten Ausgaben misst weder ihren kulturellen Einfluss noch ihre Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Es ist ein Argument dagegen, den sichtbarsten Teil von Padel automatisch für seinen größten Ausgabentreiber zu halten.

Wertschöpfung kennt andere Grenzen

Der globale Multiplikator gilt nicht automatisch für jeden lokalen Markt. OpenEconomics schätzt für Spanien Ausgaben von 1,109 Milliarden Euro und einen BIP-Beitrag von 1,042 Milliarden Euro. Das Verhältnis beträgt 0,94. In Italien stehen 810 Millionen Euro Ausgaben einem BIP-Beitrag von 826 Millionen Euro gegenüber: ein Verhältnis von 1,02. Keine dieser Zahlen beschreibt die Rendite eines Clubs.

Außerhalb Europas wird die geografische Verteilung besonders aufschlussreich. Auf die USA und China entfallen laut Analyse zusammen 13,5 Prozent des durch Padel erzeugten BIP, obwohl sie nur 4,9 Prozent der Ausgaben ausmachen. OpenEconomics erklärt das mit Lieferketten und dem weiteren Konsum, den Einkommen ermöglichen. Nicht einfach damit, dass das Spiel in diese Märkte wandert.

Die Beschäftigung verteilt sich wiederum anders. China, Indonesien, Indien und Ägypten vereinen 39,1 Prozent der geschätzten Vollzeitäquivalente, aber 9,5 Prozent des BIP-Beitrags. Der Forschungspartner führt dies auf Unterschiede in der Arbeitsproduktivität zurück. Eine Rangliste der besten Standorte für neue Clubs ist das nicht.

Investoren sollten deshalb zunächst bestimmen, in welches Geschäft sie tatsächlich investieren: in ein lokales Spielangebot, Anlagenbau, Ausrüstung oder ein Veranstaltungsformat. Diese Geschäftsmodelle besetzen unterschiedliche Positionen innerhalb der Ausgabenkette. Eine globale Padel-These hebt diese Unterschiede nicht auf.

Was das bedeutet

Bei DUĒLL sehen wir darin einen Anlass, die Sichtbarkeit von Padel gezielter mit dem Geschäft rund ums aktive Spielen zu verbinden. Marken sollten ihre Budgets nicht mechanisch nach Ausgabenanteilen verteilen. Entscheidend ist, was eine Partnerschaft den Menschen ermöglicht und woran sich ihr Beitrag messen lässt.

Für Sponsoren könnte eine Clubpartnerschaft Einstiegskurse, Zugang zu Ausrüstung oder Amateurwettbewerbe unterstützen. Teilnahme und anschließende Buchungen wären dafür mögliche Messgrößen. Eine Turnierpartnerschaft kann einen anderen Auftrag erfüllen: Aufmerksamkeit, Hospitality oder Markenpositionierung. Die Ziele sollten klar voneinander getrennt bleiben.

Für Athlet:innen können Ambassador-Verträge neben Medienleistungen auch Coaching-Auftritte und Aktivitäten mit Clubs vorsehen. Diese Arbeit gehört ausdrücklich vereinbart und bezahlt. Für Communities sollte kommerzielle Unterstützung den Zugang oder das Spielerlebnis verbessern, statt lediglich ein weiteres Logo hinzuzufügen.

Investoren brauchen standortbezogene Belege. Betreiber brauchen Klarheit über Kosten und wiederkehrende Nachfrage. Sponsoren brauchen Ziele jenseits bloßer Zugehörigkeit. Die stärkste kommerzielle Botschaft der Studie lautet nicht, dass jedes Geschäft rund um Padel erfolgreich sein wird. Sondern dass die Menschen, die für ihre Zeit auf dem Court bezahlen, ins Zentrum des Geschäftsplans gehören.

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